„...In diesem Sommer war eine so große Überschwemmung der Gewässer durch
den ganzen Erdkreis unserer Zone, die nicht durch Regengüsse entstand,
sondern es schien, als ob das Wasser von überall her hervorsprudelte,
sogar aus den Gipfeln der Berge, ... und über die Mauern der Stadt Köln
fuhr man mit Kähnen ... Donau, Rhein und Main... trugen Türme, sehr
feste Stadtmauern, Brücken, Häuser... und die Bollwerke der Städte
davon. ... und die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen
auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben, ... ereignete es sich in
Würzburg, daß dort der Main mit Gewalt die Brücke zertrümmerte und
viele Menschen zwang, ihre Behausungen zu verlassen.“
aus wikipedia:
Das Magdalenenhochwasser war eine verheerende Überschwemmungskatastrophe, die das Umland zahlreicher Flüsse Mitteleuropas im Juli 1342
heimsuchte. Die Bezeichnung geht auf die damals übliche Benennung der
Jahrestage nach kirchlichen Gedenktagen zurück, hier auf den St.-Magdalenentag
am 22. Juli. Bei diesem Ereignis wurden an vielen Flüssen die höchsten
jemals registrierten Wasserstände erreicht. Möglicherweise handelte es
sich um das schlimmste Hochwasser des gesamten 2. Jahrtausends im
mitteleuropäischen Binnenland.
Ursachen
Wie bei anderen extremen Hochwasserereignissen, beispielsweise dem Oderhochwasser 1997, dem Pfingsthochwasser 1999 oder dem Elbehochwasser 2002, wurde die Flut wahrscheinlich durch eine Vb-Wetterlage ausgelöst. Nach einem kalten, schneereichen Winter hatte die Schneeschmelze im Februar bereits ein erstes Hochwasser bewirkt, das in Prag unter anderem die Judithbrücke, die Vorläuferin der Karlsbrücke,
zerstörte. Nach einem feuchten Frühsommer, der für konstant hohe
Pegelstände der Flüsse sorgte, ließ dann eine Hitzewelle im Juli die
Böden austrocknen, so dass sie kaum noch Wasser durchlassen konnten.
Dann zog etwa vom 19. bis zum 22. Juli ein Regengebiet vom Südosten
kommend in nordwestlicher Richtung über Deutschland hinweg, das weiten
Gebieten große Niederschlagsmengen brachte. Im Einzugsgebiet des Mains traten hierbei Niederschlagsmengen von durchschnittlich mindestens 175 mm, verteilt über vier Tage, auf.
Verlauf
Für das Rhein-Main-Gebiet ist der Verlauf des Hochwassers aus zeitgenössischen Quellen sowie aus heutigen Modellrechnungen erschließbar. Aus dem für Frankfurt überlieferten Pegelstand von 7,85 Meter
lässt sich beispielsweise für den Main ein Höchstabfluss von 3700 m³/s
bis 4000 m³/s errechnen. Das ist fast doppelt so viel wie beim
Hochwasser vom Januar 1995. Der Hochwasserscheitel
dauerte in Frankfurt etwa drei bis vier Tage. Modellrechnungen zufolge
erreichte der Abfluss erst nach etwa vier Wochen wieder normale Werte.
Für Würzburg
wurde ein Abfluss von 3000 bis 3600 m³/s errechnet, wobei die Einflüsse
durch den Einstau der eingestürzten Brücke schwer abzuschätzen sind.
Die Höhe der Flut wurde mangels Hochwassermarken durch historische
Beschreibungen („In der Stadt Würzburg trat der Strom bis an die erste
steinerne Säule an den Domgreden“) ermittelt.
Fast alle großen Hochwasser an den Flüssen Rhein, Main und Donau
treten im Winterhalbjahr zwischen 1. November und 30. April auf, wenn
durch Schneeschmelze und Bodenversiegelung durch Frost die zu
bewältigenden Abflussmengen noch verschärft werden. Das
Magdalenenhochwasser ist auch in dieser Hinsicht eine Ausnahme, die man
mit statistischen Methoden nicht mehr erfassen kann. Die Abflussmaxima
entsprechen etwa einem statistischen Wiederkehrwert von 10.000 Jahren (HQ10 000).
Auswirkungen
Betroffen waren unter anderem Rhein, Main, Donau, Mosel, Moldau, Elbe, Weser, Werra und Unstrut. Das Hochwasser wird in den Chroniken zahlreicher Städte erwähnt, so in Würzburg, Frankfurt am Main, Mainz, Köln, Regensburg, Passau und Wien. Fast alle Brücken wurden damals zerstört, Flussläufe änderten sich. In Bamberg riss die Regnitz
eine „Brücke mit Turm“ ein. Allein in der Donauregion starben mehr als
6.000 Personen. Die topographischen Konsequenzen des Hochwassers können
heute noch nachgewiesen werden. Das Volumen des erodierten
Bodenmaterials betrug ca. 13 Milliarden Tonnen. Dies entspricht etwa der Menge, die bei normalen Wetterbedingungen in 2000 Jahren verloren geht. In den Jahren nach dem Magdalenenhochwasser folgten kalte und nasse Sommer, die in Verbindung mit dem wegerodierten Boden zu Ernteeinbußen führten, in deren Folge es zu massiven Hungersnöten kam, die die Folgen der in den Jahren 1347 bis 1353 grassierenden großen europäischen Pestepidemie zusätzlich verschlimmerten.
Würzburg 1784
Nota.
Im gesamten Einzugsbereich der Donau wurde ein Großteil der Landwirtschaftsfläche dauerhaft vernichtet. Seither galt bis ins letzte Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts der Süden als der rückständigere Teil Deutschlands.
J.E.



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